27.06.17

Mark Making und Handschrift und was man daraus machen kann

Einige meiner Lieblingswerkzeuge für MarkMaking: Trinkröhrchen, Holzstäbchen, Spatel, weiche Pinsel, flache Borstenpinsel, Liner, Wattestäbchen



Mark Making und Handschrift sind eng verwandt. Sagen wir besser so: Handschrift IST Mark Making. Die Zeichen, Initialen, Zahlen, die man in Kerkern und an Wänden findet sind Marks, die jemand hinterlassen hat, der uns Betrachtern sagen wollte: Ich war hier! (dieses schöne Beispiel stammt von Jette Clover).

Schrift auf Stoff war das Thema des inspirierenden Workshops von Claudia Helmer am letzten Wochenende in Speyer. Leider konnte ich nicht wirklich teilnehmen, weil ich dringend einiges für unsere kommende Mailingaktion und künftigen Workshops ausprobieren musste, vor allem für das Thema Mark Making.
Aber ich habe mich von den Werkzeugen, die für Schrift vorbereitet waren, anregen lassen und einige Übungen abgewandelt.


Täschchen - noch nicht ganz fertig- aus "nicht gelungenen" Probestoffen. Technik: Liner und Abklatsch


Nicht alles ist gut geworden, das ist einfach so, wenn man herumprobiert.
Aber bevor ich die Probestücke wegwarf (ich war mal wieder kurz davor), hatte ich probehalber zwei davon in gleich große Stücke zurecht geschnitten, rechts auf rechts aufeinander gelegt und mutig mit der Maschine zusammengenäht.
Nähen und ich - diese Geschichte muss ich hier nicht weiter ausbreiten. Wieder einmal haben mich andere gerettet (vielen Dank an Anette, Brunhilde und Martina!).
Ich weiß jetzt, dass ich die Stücke besser anders genäht hätte und wie man Ecken ganz hervorragend ohne Hilfsmittel umstülpt und welche Hebel man bedient, um das Nähmaschinenfüßchen zu heben und welche, um das Füßchen fallen zu lassen.
Jedenfalls: meine früheren Nähtraumata wurden an diesem Nachmittag durch liebe Kurskolleginnen fast gelöscht, und ich werde mich in einigen Tagen mutig ein weiteres Mal an die Maschine setzen.


Fertiges Mäppchen (nicht von mir genäht) mit flüssiger Bügelfarbe und Flachpinsel bedruckt

Mark Making kann auch ganz anders aussehen: bunt, chaotisch, fröhlich.


Leinen mit flüssiger Bügelfarbe grundiert, dann mit deckenden Acrylfarben und verschiedenen Instrumenten bedruckt

Mark Making kann ganz unterschiedlich aussehen. 
Das, was in Malerei und Graphik unter Mark Making verstanden wird, hat eine völlig andere Optik. Mark Making für Artcloth/Wholecloth ist wieder ganz anders. Auch traditionelles Patchwork lässt sich mit Mark Making Stoffen total interessant gestalten.
Mein Thema hier ist aber: Mark Making für Nähbegeisterte.
Mit welchen Techniken und welchen Farben und welchen Werkzeugen lassen sich Mark Making Stoffe herstellen, die sich fürs Nähen eignen. Also für kleinere Nähprojekte wie zum Beispiel Täschchen, Taschen, Kissen, Beutel. Aber auch Passen, Einsätze, Ärmel, Besätze an Kleidungsstücken.


Einige Werkzeuge ziehen sich bei mir durch: die Rörchen, Pinsel, Spatel. Neu hinzu gekommen sind hier der Eislöffel, die selbst zurecht geschnittene Plastikrakel, verschiedene Stäbchen

Individueller geht es nicht!
Gemeinsam ist allen Mark Making Anwendungen: Individueller geht es nicht! Jedes Zeichen, jeder Druck trägt die Spuren eure Handschrift, eure Energie, eure Persönlichkeit! Im Gegensatz zum Siebdruck, der in der Regel mehr oder weniger gleichmäßige, perfekte Bilder ergeben soll, zeigen die Drucke, Schriften und Kritzeleien das eben nicht ganz so Perfekte, das Einzigartige.
Und das macht richtig Spaß!
Es gibt unendlich viele Ansätze für Mark Making auf Stoff für Nähbegeisterte. Vieles werden wir an dem Kurswochenende ausprobieren, andere werden wir nur nur theoretisch streifen und als Anregung mitgeben. Sicher aber ist, dass ihr nach den zwei Tagen in Mannheim inspiriert und voller Ideen an eure Nähprojekte gehen werdet.


Kurs zum Thema
Mark Making für Nähbegeisterte, Samstag 19. und Sonntag 20. August 2017 in Mannheim mit Sabine Jeromin-Gerdts und Fritz Jeromin



Kommentare:

  1. Wie toll... Hach ja, das Nähen und ich, eine abgebrochene Geschichte... wie gut, dass sich nicht so gelungene Stoffteile auch beim Buchbinden verwenden lassen... ;-), so gibt's jetzt einen kleinen Stapel "nicht so gelungener" Batiken, mit denen ich Buchdeckel beziehe ;-). Und das ginge wohl auch mit deinen traumhaften Markmakingstoffstücken....! Buchbinden und Stoff - auch mal ein tolles Thema! Lieben Gruß Ghislana

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  2. Liebe Sabine, es ist so schön, dies gleich alles wieder zu sehen! Und Dein Täschchen ist dermaßen schön und der "misslungene" Stoff ein Traum!
    Mein Beitrag kommt die nächsten Tage - so zwischen "Weihnachten" mal ;)
    Ganz liebe Grüße
    Moni

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  3. Ach ja, das Trauma hier und da. Manchmal ist es echt gut, es einfach zu tun, tut doch gar nicht weh. Ich fange dann mal an zu sticken, auch so ein Trauma. und der Kurs ist bestimmt ganz großartig und schon die kleinen Einblicke sind eine riesige Inspiration. Viel Spaß beim Mark Making
    Michaela

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  4. Sie hat genäht!
    Wie schön!!!!!
    (Weiterer Expertenrat dann spätestens im Oktober, was freu ich mich darauf!)

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