23.02.17

Zwischendurch mal etwas ganz anderes...


Magic Marble auf Eier und Aquarellpostkarten

Seit einigen Wochen bin ich fast den ganzen Tag über im Büro. Für Stoffprojekte fehlt mir die Zeit und im Augenblick auch die Lust. Andererseits Farben und ein wenig Selbermachen brauche ich wie Essen und Trinken. Und ein wenig Abstand von den drängenden Aufgaben tut gut. Also zwischendurch mal etwas ganz anderes...
Seit einigen Monaten interessiere ich mich sehr fürs Marmorieren auf Stoff und Papier. Dafür gibt es unterschiedliche Farbtypen und Träger.
Besonders einfach schien mir das System zu sein, bei dem Lackfarben einfach auf Wasser getropft werden. Es ist im Bastelhandel schon seit einigen Jahren verbreitet. Auf Messen hatte ich es mir immer mal wieder angesehen, aber da ich so gar kein Dekotyp bin, hatte es mich bisher wenig interessiert.
Erst vor kurzem fiel mir auf, dass sich damit auch tolle Karten und Papiere herstellen lassen. Und das musste ich nun doch ausprobieren.

Es ist tatsächlich so einfach wie beschrieben!
Ich habe das Oster-Set ausprobiert, weil man die Verpackung gleich als Marmorierbehälter verwenden kann: also Wasser in das Eimerchen einfüllen, die Farbfläschchen sehr gut schütteln, Farbe auf das Wasser tropfen und nach Wunsch in Muster verziehen sowie den Gegenstand, der gefärbt werden soll, eintauchen und rausziehen. Das ist es schon!

Das ist mir beim Ausprobieren aufgefallen:
Die Farben riechen deutlich nach Lack, d.h. man sollte unbedingt in einem gut durchlüfteten Raum möglichst bei geöffnetem Fenster arbeiten.
Vor Beginn der Arbeit sollte man sich schon Gedanken über das Trocknen der Gegenstände gemacht haben. Für die Eier hatte ich ein Glas bereit gestellt; für die Postkarten einen Wäscheständer schon mit Klammern bestückt.
Da noch etwas Wasser-Farbegemisch abtropfen kann, ist das Abdecken von Arbeitsfläche und Boden wichtig.
Ich würde auch zu Handschuhen raten. Der Arbeitsablauf ist eigentlich ziemlich sauber. Dennoch hatte sich etwas Lackfarbe blitzschnell und unbemerkt an Handflächen und Finger angedockt.
Auch etwas Küchenkrepp ist nützlich.


Fazit
Mir hat das richtig Spaß gemacht! Schnell, farbgewaltig und jede Karte eine positive Überraschung.
Vor allem die Karten haben es mir angetan.
Beim Tauchen färbt sich allerdings nicht nur die Vorder- sondern auch die Rückseite. Wenn man die Karten verschicken möchte, braucht man also für die Adresse einen Aufkleber.
Andererseits: möchte man nur die Kartenvorderseite oder einen kleinen Keilrahmen einfärben, nimmt man einfach ein flaches Gefäß, das etwas größer ist als der Gegenstand, der bedruckt werden soll. Am besten, man kleidet das Gefäß mit einer Folie aus, denn die Farbe haftet auch am Marmoriergefäß und lässt sich nicht einfach entfernen.


Da die Farben sehr ergiebig sind, habe ich für die nächsten Tage ausreichend Material zum weiter Spielen (falls die Zeit reicht - das ist mein größeres Problem).

Das ist der Link zum Oster-Set.
Hier noch ein Anleitungs-Link zu YouTube. Falls euch diese spezielle Farbzusammenstellung interessiert, hier ein Link zum Shop.



20.02.17

Siebdruck und Filzen

Arbeit von Karin Mahn: rechts sieht man den gefärbten und bedruckten Seidenstoff, links wird schon ,mit schwarzem Vlies (Vorfilz) angefilzt

Wenn man Stoffe fürs Filzen gestalten möchte, muss man einige Dinge beachten: die Stoffe sind in der Regel leicht und fein, manchmal auch (sehr) offen gewebt. Das sind andere Bedingungen als beim üblichen Siebdruck, wo normalerweise mittelstarke, dicht gewebte Materialien bearbeitet werden. Verarbeitet man die Stoffe zu Nunofilz, muss man beachten, dass der Stoff und seine Motive stark schrumpfen.
Bei der Farbgebung spielt die Farbe der Wolle eine wesentliche Rolle, denn beides mischt sich beim Filzen und ergibt besondere Wirkungen.
Und man muss sich fragen, mit welcher Farbe bzw. mit welchen Farben man arbeiten möchte, wobei deren Eigenheiten zu bedenken sind. Dabei ist auch die Frage der Fixierung ist wichtig.
Für Filzerinnen, die auf Märkte gehen und verkaufen, stellt sich natürlich auch immer die wichtige Frage des Aufwands: was sind Kundinnen bereit zu zahlen?

Arbeit von Karin Mahn, Detailfoto. Siebdruck Rosen mit Neon-Dekaprint für 3D-Effekt

Neben dem Erlernen neuer Techniken (mindestens zwei völlig unterschiedliche...) spielen all diese und auch noch eine Menge anderer Fragen eine wichtige Rolle. Bei so viel neuen Informationen verfliegen die beiden Kurstage besonders schnell und irgendwie scheinen zwei Tage dafür immer etwas zu wenig zu sein.
So wurde auch dieses Mal -trotz aller guten Vorsätze- das Fotografieren in den Hintergrund gedrängt. Und beim Sichten der Bilder habe ich mich gewundert, warum der tolle Schal der Teilnehmerin X nicht dabei ist und warum ich die wunderbare Arbeit der Teilnehmerin Y nicht erwischt hatte...
Einen Schal, den von Karin Mahn, habe ich aber in allen möglichen Phasen vor die Linse bekommen. Deshalb stelle ich ihn stellvertretend in diesem Beitrag vor. Die großen gedruckten Rosen sind beim Filzen stark geschrumpft und der 3D-Effekt (gelingt nur mit den NEON-Farben von Dekaprint) sehr eindrucksvoll.

Arbeit von Karin Mahn ( Detailfoto): Nunofilz mit Pongé05 und schwarzem Vlies

Arbeit von Karin Mahn ( Detailfoto): Nunofilz mit Pongé05 und schwarzem Vlies

Arbeit von Karin Mahn ( Detailfoto): Nunofilz mit Pongé05 und schwarzem Vlies

Ein tolles Wochenende mit super netten Teilnehmerinnen und wunderbaren Arbeiten! In den nächsten Tagen folgen weitere Fotos.


Nächster Filzkurs
am Samstag, den 7. + Sonntag den 8. Oktober 2017 findet unser zweiter Kurs "Siebdruck +  Filzen" auch wieder in Mannheim statt. Dabei wird unter anderem eine neue, kreative Färbetechnik mit Säurefarben gezeigt - ideal für alle, die auf Märkte gehen. Und natürlich wird wieder mit dem Sieb gedruckt und die Stoffe dann mit Vlies befilzt.

18.02.17

Heute wird bei uns gedruckt, morgen gefilzt und übermorgen gibts hier Bilder davon

Aus dem letzten Kurs: Siebdruck mit Procion MX auf Pongé05

Heute beginnt unser Kurs "Siebdruck + Filzen", wobei am ersten Tag Seide in verschiedenen Techniken bedruckt wird. Am zweiten Tag werden die Seidenbahnen dann zu Nunofilz verarbeitet.
Da sich Pongé05 beim Filzen stark einzieht, ist es wichtig, die Flächen und Muster großzügig anzulegen.
Und da die Wolle durch die Seide kriecht und sich farblich mit dem Druck mischt, ist es wichtig, für kräftige Kontraste zu sorgen.




Ich habe mir fest vorgenommen, morgen zu fotografieren! Und am Montag zumindest einige Bilder zu zeigen.
Ich wünsche euch ein schönes, farbenprächtiges Wochenende!

Nächster Filzkurs
am Samstag, den 7. + Sonntag den 8. Oktober 2017 findet unser zweiter Kurs "Siebdruck +  Filzen" auch wieder in Mannheim statt. Dabei wird unter anderem eine neue, kreative Färbetechnik mit Säurefarben gezeigt - ideal für alle, die auf Märkte gehen. Und natürlich wird wieder mit dem Sieb gedruckt und gefilzt.




17.02.17

Drucken auf Gelatineplatten

Druckerpapier (Siebdruck): dann Gelatinedruck mit Trockenpflanze
Anfang November 2016 hatte Kristina Schaper bei uns in Mannheim einen Kurs gehalten, bei dem das Drucken mit Gelatineplatten im Mittelpunkt stand. Am Tag vor dem Kurs hatten wir zusammen für die Kursteilnehmerinnen Platten gegossen, die dann am Wochenende kräftig beansprucht worden sind. Meine Platte hat im Hof in einer Plastiktüte überwintert. Erstaunlicherweise ist sie auch jetzt immer noch prima funktionsfähig! Und nicht nur meine Platte, sondern auch Brunhildes und die anderer Teilnehmerinnen. Sie haben sich also als sehr stabil erwiesen!
Auf dem Blog von Kristina Schaper findet ihr einen tollen Artikel über die Herstellung von Gelatineplatten (LINK) und außerdem viele Tipps und Anregungen.

Technik mit geringem Platzbedarf
Das Drucken mit Gelatineplatten ist zu meiner geheimen Leidenschaft geworden. Auch wenn man nur wenig Platz zur Verfügung hat, sind die notwendigen Materialien schnell aufgebaut: Platte, Linolwalze, Wassersprüher, Feuchttücher und Farben. Und dann noch Papier und Schablonen/Masken nach Wunsch.
Am meisten Platz braucht das Trocknen der schönen Papiere, die sich so schnell produzieren lassen, dass man in einen richtigen Schaffensrausch gerät. Am einfachsten, man klammert sie zum Trocknen an einen Wäscheständer. Und da Acrylfarben ja relativ schnell trocknen, kann man die Papiere zügig austauschen.

Vielseitige Ergebnisse
Mir gefällt an dieser Technik, dass die Ergebnisse so vielseitig und immer individuell sind. Bei den Kursen fällt auf, dass eigentliche jede Teilnehmerin schnell eine eigene Handschrift entwickelt, auch wenn die Ausgangssituation durch Farben und Schablonen vergleichbar sind. Und toll ist, dass alle Ergebnisse -auch bei Anfängerinnen- gleich so professionell aussehen!

Was macht man damit?
Postkarte Aquarellpapier
Ich muss gestehen, dass ich zu denjenigen gehöre, denen der Weg wichtiger ist als das Ziel. Das bedeutet, dass ich das Produzieren an sich genieße und weniger im Auge habe, was ich aus den Papieren und Stoffen anschließend machen kann.
Dennoch, die Frage nach der weiteren Verwendung stellt sich immer wieder.
Man kann für die Wand arbeiten und seine Drucke z.B. mit Hilfe von Passepartouts veredeln. Oder man verwendet Teile der Drucke für Collagen. Oder man bearbeitet seine Drucke weiter, indem man sie beschriftet, besprüht, mit anderen Techniken bedruckt, mit Wachs übergießt, in Materialcollagen einsetzt...
Geeignete Papiere lassen sich als Postkarten verschicken.
Andere Papiere eignen sich für Buchbindearbeiten, als Bezugspapiere für Schachteln und Ordner.
Und die schönsten Drucke werden gesammelt und für ein Artbook verwendet.

Welches Papier?
Man bekommt wirklich schöne Ergebnisse bereits mit ganz einfachem Druckerpapier: immer verfügbar in allen Haushalten und preiswert, deshalb toll für erste Tests.
Wenn man aber ein bestimmtes Ziel im Auge hat, ist die Auswahl geeigneter Papiere ähnlich wichtig und interessant wie die Auswahl des richtigen Stoffes für sein gewünschtes Nähprojekt. Jedes Papier hat seine speziellen Eigenschaften und Vorzüge.
Kräftige Aquarellpapiere eignen sich z.B. für Postkarten oder Drucke für die Wand. Sie geben feinste Details wieder. Handgeschöpfte Papiere mit oder ohne Einschlüssen weisen viel Persönlichkeit auf und können die Aussage eines Druckes unterstützen. Das weiche Wenzhou-Papier ist ideal für Collagen und Buchbindearbeiten. Wunderbare Ergebnisse erhält man auf braunem Packpapier.

Kristina Schaper kommt auch in diesem Jahr wieder nach Mannheim
Trotz Umzugs in das schöne Kopenhagen, kommt Kristina auch in diesem Jahr wieder zu uns! Wir freuen uns auf ein Wiedersehen mit ihr und einen tollen Siebdruckkurs!
Freitag 15. - Sonntag 17. September 2017 in Mannheim



14.02.17

Rosteffekte auf Stoff


Bouretteseide 34: Rost und Gallapfel (Brunhilde Scheidmeir)

Seit längerem hat sich Brunhilde mit Rosteffekten beschäftigt und während dieser Zeit wunderbare Stoffe gefertigt. All diese Erfahrungen fließen in die Kurse und jetzt auch in die Anleitung für ein Set für Rosteffekt, mit dem man zuhause arbeiten kann.
Rostpulver gibt es viele, aber wir bieten eines an, das jedem Vergleich stand hält und besonders schnell und kräftig reagiert. Dazu haben wir noch 3 Gerbstoffpulver beigelegt, mit dem so schöne Stoffe gestaltet werden können. Und natürlich gibt es auch eine Anleitung.

Siegrid Reinelt: Rost und Gerbstoffe auf Baumwolle

Das Prinzip des Rostens ist an und für sich unkompliziert: man säuert den Stoff, trägt auf den feuchten Stoff Eisenpulver auf und lässt es einwirken und wäscht es schließlich aus. Aber drum herum gibt es alles mögliche zu beachten, vor allem, dass der Prozess des Rostens wirklich gestoppt wird. Ungewollte Löcher im Stoff wollen wir ja nicht...

Ulla Maqsudi: Baumwollschals rosten vor sich hin

Um solch interessante Muster zu erhalten, müssen die Stoffe in einer Schale drappiert werden. Dafür eignen sich alle Manipulationen, wie wir sie aus Shibori und Tray Dyeing kennen.
Das Hinzufügen von Gerbstofflösungen muss nicht sein. Ich habe wunderbare Stoffe gesehen, die nur mit Eisenpulver gearbeitet wurden. Das ergibt herrliche Stoffe für Patchwork, Bekleidung, Dekoration. Und tolle Hintergrundsstoffe für Ecoprints!!!
Gerbstofflösungen (Kaltfärbungen) ergänzen jedoch die warmen Eisenfärbungen hervorragend und bilden einen tollen Konrast. Im Set haben wir das feine Eisenpulver deshalb ergänzt mit Gallapfel, Catechu und Granatapfelschale, die jeweils unterschiedliche Farbeffekte bewirken.

Brunhilde Scheidmeir: Baumwollschal mit Rost und Gerbstoff

Wer also nicht in den nächsten Färbekurs kommen kann und dennoch Rosten auf Stoff ausprobieren möchte, dem empfehlen wir unser neues Set.


Und falls ihr Zeit und Lust habt: ein Workshop im Spätsommer in Speyer
Der nächste Workshop mit Rost und Indigo und anderen Pflanzenfarben und ganz unterschiedlichen experimentellen Färbetechniken findet am 22.-24. September in Speyer statt.

10.02.17

Noch so ein einfaches Werkzeug



Gestern haben wir die L-Formen aus Pappe gezeigt, die helfen, tolle Ausschnitte zu finden. Ein ganz einfaches Werkzeug, das wirklich unterstützen kann. Hier zeige ich ein weiteres einfaches Werkzeug.

Einfacher gehts wirklich nicht! 
Mein Lieblingsstempel besteht aus einem Rest Styrodur (man kann auch ein Holzstück in einer günstigen Größe nutzen). Darauf habe ich mit einem doppelseitigen Klebeband Moosgummi befestigt, weil Moosgummi Farbe besonders gut aufnimmt und wiedergibt. Es ist also ein ideales Stempelmaterial.
Mit solch einem einzigen Stempel kann man nun die unterschiedlichsten Drucke auf Stoff und Papier setzen. Es handelt sich immer um einen Einmaldruck, einen so genannten Monoprint.

Beim Beispiel oben habe ich mit einigen Restfarben von Dekaprint gespielt. Es hätten aber auch Stoffmalfarben oder angedickte Procion MX-Farben sein können.
Oder für einen Papier/Pappe/Leinwanduntergrund: Acrylfarben, Ölfarben, Guachefarben.
Spielen kann man auf der Stempelfläche mit unterschiedlichen Farben, Farbtönen und Farbaufträgen. Nicht nur Farbflächen, sondern auch grafische Muster lassen sich aufbringen.
Oben sieht man auf einigen Farbflächen helle Streifen: dafür wurden einfach Papierstreifen auf den Stoff gelegt und darüber gedruckt. Nach Abnehmen der Papierstreifen ergeben sich helle Stellen. Die Gestaltungsmöglichkeiten sind also ähnlich vielseitig bei bei Gelatinedrucken.
WICHTIG: Der Druck erscheint immer spiegelverkehrt!
Solche gestempelten Stoffe (sie können ja auch in ganz dezenten Farben gearbeitet werden) kann man z.B. für Taschen verwenden oder für andere kleine Näharbeiten verwenden.
Die Flächen lasen sich besticken. Oder mit einem Feinliner weiter gestalten. Oder mit Siebdruck versehen.  Oder...




Derselbe Stempel, jetzt mit einfarbig Schwarz berollt, mit dem Stäbchen Muster eingeritzt (=Farbe abgetragen) und dann gestempelt.
Ist das nicht ein vielseitiges Werkzeug? Einfach, preiswert, unverwüstlich, immer zum Einsatz bereit!




09.02.17

Auf den Blickpunkt kommt es an
Den richtigen Ausschnitt finden!

Brunhilde Scheidmeir: den richtigen Ausschnitt finden mit L-Shapes

Manchmal arbeitet man wie im Rausch, füllt Papier oder Stoff mit Malerei und Drucken und ist am Ende -trotz Schaffensglück- einfach nicht zufrieden.
Nicht wegwerfen! Durch Verkleinern und Beschneiden erhält man oft mehrere, ganz wunderbare Arbeiten, die entweder für sich stehen oder weiter bearbeitet werden können.

L-Shapes oder Ausschnittsucher
Das Zaubermittel: L-Shapes oder Ausschnittsucher (gibt es noch alternative Begriffe?).
Man kann sie schnell aus einem einfachen Papier schneiden; gut ist eine Kontrastfarbe, muss aber nicht sein. Für die Kurse fertigen wir sie mit 2 schnellen Schnitten aus einem Passepartout an: fix, preiswert und -weil sie aus Pappe bestehen- im Dauereinsatz haltbarer. Zudem haben sie eine weiße Seite (gut bei dunklen Stoffen) und eine schwarze, die sich gut für helle Stoffe eignen. Diese beiden L-Formen werden nun über die Arbeit geschoben, wobei sich das Format dabei ständig variieren lässt.
Es ist erstaunlich, wie sich so -oft mehrere- tolle Ausschnitte ergeben, die man anders nicht gesehen hat!
Ich weiß nicht genau, wann wir die L-Shapes kennengelernt haben, aber ich denke, das war vor ein paar Jahren im ersten Kurs von Jette Clover. Wir waren von dieser Methode gleich so überzeugt, dass wir sie inzwischen in vielen unserer Kursen und auch bei eigenen Arbeiten einsetzen.


Arbeit einer Kursteilnehmerin im Workshop von Jette Clover 2015 im Textilstudio Speyer

Oft sind es also die einfachsten Werkzeuge, die einen weiter bringen!


Die nächsten Workshops, in denen L-Shapes (und noch viel mehr...) zum Einsatz kommen:
Jette Clover im Textilstudio-Speyer:
Experimenteller Siebdruck (10.-12. März 2017)

Brunhilde Scheidmeir + Fritz Jeromin in Mannheim:
 Ecoprint aus Papier, Stoff und SnapPap/Artbook (18.-19. März)
 




08.02.17

Spiel von Dreieck und Raute
Muster-Mittwoch 213

Siebdruckschablonen auf Baumwollsatin

Kein neuer Stoff, ich muss es gestehen, aber einer, der zum Thema passt und noch nicht gezeigt wurde.
Der Untergrund besteht aus einer Färbung mit Procion MX, die Drucke wurden mit Siebdruckschablonen aufgebracht in meiner Lieblingstechnik mit halb Entfärbepaste + halb Dekaprint (mit dieser Technik lassen sich helle Motive auf einem dunkleren Grund drucken, ohne dass der Stoff durch eine Weißmischung hart wird).
Diese und andere Motive entstanden für die Siebdruckreihe "Mark Making", die aus lauter einzelnen Handdrucken bestehen.
Ich hatte dazu Schaumgummi und Moosgummi zurecht geschnitten und mit schwarzer Dekaprint auf normales Druckerpapier gedruckt. Das ergibt schöne schwarz/weiß Kontraste, die sich optimal in Siebdruckschablonen wandeln lassen.

Ich freue mich schon auf die Muster, die bis Ende Februar bei Müllerin Art zu sehen sind.

Unglaublich: schon 216 Muster-Mittwoche!!!
HIER klicken, und schon seit ihr bei der Februar-Muster-Sammlung "Rautenmuster".



06.02.17

Naturfarben und Papier - Genuss für die Augen

Naturfärbung auf Papier von Brunhilde Scheidmeir, Foto von Leslie Morgan (committedtocloth)
Ist das nicht wunderschön?
Farben mit so viel Tiefe, detailreiche Muster, Kontraste und dennoch harmonisch... Diese Art von Färbung ist typisch für Papier und nur für Papier.
Stoff mit seinen wieder ganz anderen Eigenschaften würde eine entsprechende Färbung völlig unterschiedlich wiedergeben.
Das zeigt sich auch, wenn man Ecoprints vergleicht, die auf Papier oder auf Stoff gemacht wurden.

Naturfärbung auf Papier von Brunhilde Scheidmeir, Foto von Leslie Morgan (committedtocloth)

Materialkunde ist für alle, die kreativ sind, ein total spannendes Thema, denn unsere Ausdruckskraft muss man immer in Zusammenhang mit dem speziellen Werkzeug und dem verwendeten Material sehen.

Wer sich für dieses Thema und Ecoprint/Naturfarben interessiert, dem sei wärmstens der Workshop empfohlen, den Brunhilde und Fritz am 18. + 19. März in Mannheim anbieten (Ecoprint/Artbook).

Die wunderbaren Fotos von Brunhildes Arbeiten stammen alle von Leslie Morgan (https://www.facebook.com/committedtocloth). Vielen Dank Leslie, dass wir die Fotos zeigen dürfen!



04.02.17

Behind the Scene:
Heute: Spannende Materialiste von Jette Clover!


Normalerweise bekommen unsere Kursteilnehmerinnen nur eine ganz kleine Materialliste zugeschickt, da wir uns bereits von Anfang an das Ziel gesetzt hatten, die meisten Materialien und Werkzeuge an den beiden Kursorten vorrätig zu halten.
Für die Teilnehmerinnen hat das mehrere Vorteile: zum einen müssen sie vorher nicht alle möglichen Kleinteile an unterschiedlichen Stellen kaufen oder befürchten, dass sie das eine oder andere vergessen haben. Das ist unnötiger Stress vor einem Workshop.
Zum anderen muss man nicht schwere Taschen zusätzlich mit sich herum schleppen. Das ist vor allem für diejenigen praktisch, die mit dem Zug kommen.
Zum dritten ist dafür gesorgt, dass alle Gruppenmitglieder dieselben guten Werkzeuge und Verbrauchsmaterialien zur Verfügung gestellt bekommen.
Der kleine Nachteil besteht aber darin, dass nur noch ich in den Genuss komme, die Materiallisten der Kursleiterinnen zu lesen. Denn die sind immer wieder spannend, weil man heraus lesen kann, was die Dozentinnen im Detail planen. Ein bisschen ist das so, als wenn man ein Weihnachtspäckchen betastet und versucht, auf das Geschenk zu schließen.

Im Augenblick bearbeite ich die Materialliste von Jette Clover, die am 10.-12. März einen Kurs in Speyer halten wird.
Das wird wohl wieder ein super toller Workshop mit ganz vielen unterschiedlichen Techniken. Alles scheint darauf abgestimmt, dass man zu Hause mit begrenztem Platz und begrenzten Mitteln arbeitet und dennoch zu einer kreativen Vielfalt kommt.
Aus der Materialliste ersehe ich zum Beispiel, dass jede Teilnehmerin aus einfachen Mitteln zwei kleine Siebdrucksiebe bauen wird. Das ist einfach zu erraten, denn wir besorgen für jede 8 gleich lange Keilrahmenhölzer. Dazu sorgen wir noch für Tacker, Klammern und einem richtig festen Klebeband, um die Bespannung fertig zu stellen. Da muss ich also noch einiges planen.
Farben, Pinsel, Schaumstoffroller, Mischpaletten, Wassersprüher, alte Kreditkarten, Scheren, Malertape, Papier, Plastiklöffel, Schneidematte, Lineal... all das haben wir vorrätig, müssen nur noch mal abzählen, prüfen und Altes oder Verbrauchtes ersetzen.

Aber der Rest bleibt spannend:
Alte Zahnbürsten (die werden wohl die Teilnehmerinnen mitbringen  :-)), eine Reihe „found objects“ (davon haben wir viele im Vorrat, aber wie wird Jette sie verwenden?), „old wooden spoon“? (klingt interessant, aber da werde ich noch mal nachfragen müssen), „Acrylic Gel Medium (könnte mit einer oder mehreren Laminiertechniken zu tun haben), „interfacing“ (für Siebdruck?, als Schablonen?), „Weissmehl“ könnte auf eine Siebgestaltung oder eine Stoffgestaltung hinweisen und Freezer Paper ebenso.
Paint Sticks haben vermutlich etwas mit Siebreservierungen zu tun, Maler Tape ebenso. Messer mit Wechselklinge?: hm, da muss ich wohl noch mal nachfragen.
Neu für mich: „old towel to make surface“ – das klingt interessant! Und was plant Jette mit dem Nähzeug?
Ja, und dann soll ich noch Gelatinepulver für alle besorgen, d.h. wir werden dieses Mal die Platten im Kurs gießen (meistens bereiten wir die Platten vor, weil die Kurszeit für die Zubereitung zu knapp ist), und ich bin sehr gespannt, wie Jette den Gelatinedruck auf Stoff praktiziert!

Aber wie es einem mit dem Betasten von Päckchen so geht: man ahnt alles mögliche und freut sich darauf, aber das Auspacken selbst –die drei Tage mit Jette voller neuer Techniken, Ausprobieren, Geschichten, Staunen und Lachen- das ist noch mal etwas ganz anderes. Das ist eigenes Erleben!. 
Sonst könnten wir ja einfach nur noch Materiallisten verschicken.. :-)




LinkWithin

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...